
Arcade Pur
Mit Daytona USA findet ein Spielhallenklassiker Eingang auf die Xbox 360. Vom Marketplace kann man den Klassiker für 800 MS Points runterladen. Seine Herkunft als Automatenspiel sieht man dem Game in absolut jeder Hinsicht an. Drei Klicks und ihr seid mitten im Rennen. Unkompliziert, schnell, leicht zu erlernen. Es bedarf im Prinzip überhaupt keiner Eingewöhnungszeit für Daytona USA, was durchaus positiv anzumerken ist. Freunde des Realismus dürften hingegen wenig Freude an dem Titel haben.
Im Hauptmenu habt ihr die Wahl zwischen diversen Spielmodi. Im Arcademodus wählt ihr einen von insgesamt drei Kursen aus, die sich hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades unterscheiden. Ihr habt die Wahl zwischen Beginner, Advanced und Expert. Abgesehen davon unterscheiden sich die Kurse auch in der Rundenanzahl. Weitere Einstellungen kann man dabei leider nicht vornehmen, die Rundenzahl wie auch die Anzahl der NPCs sind fix. Habt ihr eine Strecke gewählt, gelangt ihr unmittelbar zur „Wahl“ des Autos. Wahl ist im Grunde der falsche Begriff, denn es gibt immer nur ein einziges.

Die einzige Entscheidung, die ihr fällen könnt, ist, ob ihr die Gangschaltung manuell betätigen wollt oder ob das automatisch geschehen soll. Im Rennen besteht euer Ziel natürlich darin, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens die Checkpoints zu durchfahren und am Ende des Rennens möglichst weit vorne zu landen. Weitere Strecken lassen sich leider nicht freispielen, so dass hier dieser Modus nicht sonderlich lange bei Laune hält. Auf Dauer fehlt es (wie dem gesamten Spiel, nicht nur dem Modus) einfach an Abwechslung.
Unter „Extras“ könnt ihr weitere Modi spielen. Mein persönliches Highlight war hier der Challengemodus, in welchem ihr euch auf den drei bereits erwähnten Strecken diversen Herausforderungen stellen müsst. Beispielsweise gilt es, innerhalb eines Zeitrahmens eine bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen, eine Kurve zu umdriften, den Rivalen zu besiegen etc. Hier ist definitiv gute Abwechslung und eine stattliche Anzahl an Herausforderungen geboten. Spaßiger Modus. Gleiches lässt sich vom Karaokemodus leider nicht sagen. Der Sinn hat sich mir überhaupt nicht erschlossen. Man fährt auf den Pisten während am unteren Bildschirmrand ein Karaokelied läuft, welches ihr zuvor selbst bestimmen könnt. Zeitlimit gibt es keines, ein klar definiertes Ziel irgendwie auch nicht.

Am Ende des Liedes ist das Rennen vorbei und man befindet sich wieder bei der Streckenwahl. Gefällt nicht. Weiter gehts zum Time Trial, bei einem Rennspiel natürlich ein obligatorischer Modus. Die Jagd nach Bestzeiten motiviert schließlich immer besonders gut. Das wäre hier bei einer stattlicheren Streckenanzahl wohl nicht anders, so bleibt es allerdings bei den drei Strecken, was schlicht und ergreifend zu wenig ist um auf Dauer bei Laune zu halten. Immerhin könnt ihr via Xbox Live Bestzeiten mit anderen vergleichen. Zu guter letzt bleibt noch der Survivalmode. Hier läuft die Uhr gegen euch, wobei man sich durch diverse Aktionen (Checkpoints, Drifts, bestimmtes Tempo, Überholmanöver) wertvolle Sekunden verdienen kann. Ziel ist es einfach die vorgegebene Distanz zu schaffen. Interessant, aber sehr sehr schwer. Einen Motivationsschub könnte natürlich der Multiplayer bieten.
Über Xbox Live kann man (theoretisch) zocken. Das Problem zeigt sich in der Praxis. Auch nach mehreren Anläufen und nach langem Warten ist es mir nicht gelungen, einen Gegner im Quick Match zu finden, so dass eine Bewertung dieses Modus leider entfallen muss.
Technik, die begeistert?
Ja und Nein. Positiv anzumerken ist definitiv, dass das Spiel absolut flüssig und schnell läuft und damit ist die wichtigste Essenz eines Rennspiels auch vorhanden. Das Geschwindigkeitsgefühl passt und trotz hohem Gegneraufkommen läuft es wie gesagt auch immer sehr weich und flüssig. Sehr gut!! Auch stilistisch weiß das Spiel zu gefallen, so ist die Farbgebung sehr bunt gehalten, die Weitsicht und die Umgebungen sind ok.

Auch das passt also. Etwas negativ fallen hingegen die Automodelle auf, hier hätte man sich mehr machen können und müssen. Schön ist was anderes. Immerhin gibt es ein Schadenmodell, es hat allerdings soweit ich das beurteilen konnte keinerlei Auswirkungen auf das Gameplay, egal wie sehr ihr euer Auto auch zu Schrott fahrt. Zum Pitstop schafft man es in der Regel immer und auch die Geschwindigkeit leidet nicht drunter. Nun ja, ist schließlich keine Simulation. Die Musik fällt weder positiv noch negativ auf, was einem Rennspiel meiner Meinung nach angemessen ist.
Gameplay
Hier weiß das Spiel zu punkten und zu gefallen. Es ist wunderbar einfach zu erlernen. Gas geben, bremsen, lenken, mehr braucht es hier nicht. Keine komplizierten Setups, Wettereinflüsse oder sonstiges. Die Lenkung ist direkt, das Driften macht Spaß und wie oben bereits erwähnt sorgt das Geschwindigkeitgefühl auch für ein gutes Feeling.
Easy to learn, hard to master. Mit dieser Formel könnte man das Spiel umschreiben, denn das Ziel als erster zu erreichen ist bereits auf easy nicht so einfach, da insbesondere bei den zwei schwierigeren Kursen schon kleinste Fehler zu Unfällen führen, die euch einige Plätze kosten können.
Fazit: Summa Summarum lässt sich also festhalten, dass es sich bei Daytona USA um ein spaßiges und kurzweiliges Rennspiel handelt, das Freunde von Spielhallen durchaus gefallen müsste. Leider lässt die Langzeitmotivation stark zu wünschen übrig. Mehr Strecken hätten dem Spiel einfach wesentlich mehr Abwechslung verliehen und hätten es stark aufgewertet. Online finden sich kaum bzw bisher bei mir gar keine Gegner, so dass man gezwungen ist, das Spiel alleine zu spielen. Bei einem Genre, das so sehr auf Multiplayer ausgelegt ist, ist das alles andere als optimal.
Daytona USA
Plattorm: Xbox 360 – Arcade / Playstation 3 - PSN
Genre: Rennspiel
Hersteller: Sega
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